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Brigitte Engler über das Image der Hamburger City

Fast jede Woche lerne ich spannende Marketing-Persönlichkeiten in und um Hamburg kennen. Zeit genug also, einige von ihnen in meinem neuen Interviewformat „Hamburgs Köpfe“ vorzustellen. Mein Ziel ist es herauszufinden, was die Marketing-Entscheider der Metropolregion motiviert und was ihre Herausforderungen sind.

Hamburgs Köpfe im Interview

Starten möchte ich im Herzen unserer schönen Stadt mit Brigitte Engler, die in diesem Jahr ihr 10-jähriges Dienstjubiläum als Geschäftsführerin vom City Management Hamburg feiert.

Frau Engler, Sie feiern in diesem Jahr Ihr 10-jähriges Dienstjubiläum. Was ist Ihr Highlight in diesen 10 Jahren?
Brigitte Engler: Begonnen habe ich mit der Anzahl von 40 direkten und knapp 400 indirekten Mitgliedern, das sind die Mieter der Werbegemeinschaften und Passagen. Diese Zahl konnten wir auf 890 indirekte Mitglieder steigern und darauf bin ich sehr stolz. Ein weiteres Highlight ist für mich, dass Hamburg heute mehr als früher als attraktive Shopping-Metropole wahrgenommen wird.

Herausforderungen in der Kommunikation

Stichwort „Image der Innenstadt“ – was glauben Sie, was die Menschen antworten würden, wenn man sie fragt, wofür die Hamburger Innenstadt steht?
Brigitte Engler: Die Menschen genießen die Ästhetik und das schöne Stadtbild. Unser absolutes Highlight ist natürlich die Verbindung mit dem Wasser. Die Hamburger haben bei und auch nach ihrem Besuch eine hohe Identifikation mit ihrer Innenstadt.

Und wofür möchte die Hamburger Innenstadt stehen?
Brigitte Engler: Wir haben ein unglaublich weites Angebot an Shoppingmöglichkeiten und dieses muss richtig transportiert werden. Aktuell kommen nicht nur viele Touristen zu Besuch, sondern auch viele neue Shoppingkonzepte aus Skandinavien wie zum Beispiel Stadium, Clas Ohlson oder Cubus nach Hamburg. Dieses internationale Flair macht das Shoppen so besonders.

Was ist die größte Kommunikationsaufgabe für Sie und die Hamburger Innenstadt in diesem und für das nächste Jahr?
Brigitte Engler: Die Vermittlung des besonders schönen und großen Angebots mit einer guten Erreichbarkeit für die Besucher. Es gibt mittlerweile viele Parkmöglichkeiten, wie zum Beispiel durch die bessere Kontrolle der kurzfristigen Stellplätze.

Foto: more Marketing

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Der Umgang mit zunehmender Konkurrenz

Da möchte ich einhaken: In der aktuellen More Einkaufsstättenstudie hat die Aussage „Hier kann ich günstig parken“ von den Befragten nur die Note 5 erhalten. Wie passt das zusammen?
Brigitte Engler: Die Gebühren für einige Parkhäuser sind in der Tat hoch. Aber es gibt auch Parkmöglichkeiten wie beim Hühnerposten, wo man 4 Stunden für nur 4 Euro parken kann. Hinzu kommen die vielen Möglichkeiten des Kurzzeitparkens. Diese Möglichkeiten müssen besser kommuniziert werden.

Stellen wir uns vor, Sie werden irgendwann Herrn Scholz ablösen und neue Bürgermeisterin von Hamburg werden. Was würden Sie als Erstes für die Hamburger Innenstadt verbessern?
Brigitte Engler:
Der Shoppingstandort Hamburg muss stärker als Wirtschaftsfaktor wahrgenommen und national und international beworben werden. Das dient auch dem Erhalt der Arbeitsplätze im Einzelhandel. Daneben müssen einige öffentliche Räume deutlich attraktiver gestaltet und gepflegt werden, wie zum Beispiel der Gerhart-Hauptmann-Platz. Ein weiteres Thema wären die Erreichbarkeit der Innenstadt für alle Verkehrsteilnehmer, die Sauberkeit und das Thema Sicherheit.

Noch einmal ein Auszug aus der More Einkaufsstättenstudie. Im Vergleich zur Studie von vor 2 Jahren sind die Besucher von 49 auf 46 % zurückgegangen.
Verliert die City primär an den Onlinehandel, an die neuen Outlets oder an die Autofahrer, die lieber günstig in einem Einkaufszentrum parken?
Brigitte Engler: Es gibt deutlich mehr Einkaufsmöglichkeiten als früher. Jeder, der morgens im Radio hört, dass es wieder eine Veranstaltung in der Innenstadt gibt, kann mittlerweile nach einer Alternative suchen.

Es gibt mittlerweile Outlets in Soltau und Neumünster und der Kuchen wird neu verteilt.

Hinzu kommt ein starker Shopping Sonntag, der den Kunden alle Möglichkeiten im Internet bietet. Im Vergleich zu anderen Metropolen steht Hamburg noch sehr gut da, aber wir hätten uns auch für den Einzelhandel ein anderes Wachstum gewünscht.

Lösungen durch Austausch erreichen

Was würden Sie einer Familie sagen, die aufgrund der vielen Personen, die einen in der Innenstadt auf Geld ansprechen, lieber ins AEZ gehen?
Brigitte Engler: Wir wurden schon oft auf das Thema angesprochen und haben aktiv das Gespräch gesucht mit der Innenbehörde und dem Bezirksamt mit dem Resultat einer deutlichen Entspannung. Aber wir sind auch eine lebendige Metropole und wollen keinen Bettler vertreiben. Das Einzige was nicht gewünscht ist, ist die gewerbliche Bettelei und die gehen wir auch an.

Stichwort „Fachkräftemangel“ – versucht jedes Unternehmen das Problem einzeln zu lösen oder gibt es eine Initiative der ganzen Innenstadt?
Brigitte Engler: Das ist eher ein Thema der Handelskammer, aber das Problem ist da. Generell hat die Innenstadt durch die attraktive Lage und auch die gastronomischen Möglichkeiten weniger Probleme Personal zu generieren als anderswo.

Der Ausgleich zum Trubel in der Innenstadt

Zum Abschluss möchte ich wissen: Wo entspannen Sie Frau Engler in Hamburg am ehesten vom Arbeitsalltag?
Brigitte Engler: Ich entspanne mit dem Blick auf die Elbe und bei meinen Joggingrunden durchs Wandsbeker Gehölz.

Frau Engler, vielen Dank für das Gespräch.



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