Online Marketing Konferenz: Das sind die wichtigsten Learnings

Das Programm der Online Marketing Konferenz 2016 war gespickt mit spannenden Themen und Dozenten. Parallel in drei Hörsälen der Leuphana Universität Lüneburg wurden Vorträge und Podiumsdiskussionen gehalten  sowie Workshops gegeben.

Experten zum Anfassen

Das Wichtigste für Besucher aus der Marketing-Branche sind neue Anregungen, eine Einführung in Trends und die Antworten auf mitgebrachte Fragen aus dem Online-Marketing-Bereich.

Der Vorteil bei einem vergleichsweise eher kleinen Event ist die Möglichkeit des persönlichen Kontaktes zu den Vortragenden im Anschluss. Dabei kann die ein oder andere offene Fragen geklärt, Probleme vorgetragen und der Kontakt für eine spätere Beratung geknüpft werden.

Anreize, Trends und  Learnings

Einen bleibenden Eindruck haben bei mir vor allem vier Vortragende hinterlassen, die zu den Themen multisensorisches Marketing, Digitalisierung des Einzelhandels, Reichweitentest mittels Social Media und E-Mail Reaktivierung referiert haben. Die Kernpunkte und Learnings sind im Folgenden pointiert zusammengefasst.

Markenerlebnisse mit allen Sinnen

Jeder Marketeer ist daran interessiert, ein einzigartiges Markenerlebniss zu kreieren. Was früher vor Ort geschaffen wurde, muss mittlerweile auf die verschiedenen Online-Kanäle gebracht werden. Die Schwierigkeit dabei ist die Aufmerksamkeit des Konsumenten trotz Themenflut zu erhalten. Anstatt marktschreierisch seine eigenen Inhalte rund um die Uhr zu präsentieren, kommt es im Wust der täglich einprasselnden Nachricht darauf an, gezielt zu senden.

Multisensorisches Marketing

„Verhalten und Ziele von Marken- und Medienerlebnissen sind situationsabhängig.“ Das war der Ausgangspunkt für den Vortrag von Prof. Dr. Herbst. Wie wir eine Marke abspeichern hängt davon ab, wie wir sie erlebt haben. Um diesen Eindruck möglichst nachhaltig zu gestalten, sollten aus Sicht des multisensorischen Marketings am besten so viele Sinne angesprochen werden, wie möglich.  Was neurowissenschaftlich als „Multisensory Enhancement“ bezeichnet wird, können Marketer nutzen, um ihre Markenwirkungen zu verzehnfachen.

Gefühle spiegeln als Schlüssel

Dabei geht es nicht unbedingt darum, dass der Rezipient etwas live erlebt, sondern darum dieses Erlebnis so gut zu vermitteln, dass es nachempfunden werden kann. Dass diese Technik funktioniert, hat evolutionäre Gründe. Der Mensch muss nicht alles selbst erleben, um daraus zu lernen. Auch wenn ein Freund uns lebhaft von einem Erlebnis berichtet, wird es für uns erfahrbar. Dabei hilft uns u.a. unsere Empathiefähigkeit (Theory of Mind). Wir spiegeln die Gefühle des Anderen. Ein praktisches Beispiel: Versuchen Sie bei diesem Video nicht zu lächeln oder zu lachen:

Dieses höchst komplexe Thema wird bereits in der Praxis durch Face Reader genutzt und uns auch noch in der Zukunft beschäftigen.

Der Tipp von Prof. Dr. Herbst: Emotionen abbilden und sich die Empathiefähigkeit zu Nutze machen. Oder unsere Produkte/Marken so sinnlich erfahrbar zu machen wie möglich. Ein Beispiel im Lebensmittelbereich wären z.B. professionelle, ansprechende  Detailaufnahmen.

„Nicht jeder benötigt einen Online-Handel, aber jeder eine Online-Präsenz“

Das Fazit von Dr. Ernst Stahl aus dem ibi-Competence Center der Uni Regensburg: „Nicht jeder benötigt einen Online-Handel, aber jeder eine Online-Präsenz“. Das war gleichzeitig auch die Lösung auf seine vorhergehenden Prognosen zum aussterbenden stationären Einzelhandel, der Homogenisierung der Innenstädte und dem boomenden E-Commerce.

An einigen Praxisbeispielen macht er deutlich, dass es wichtig ist, den Einkauf zu einem Erlebnis zu machen und Services zu bieten. Dabei können u.a. Konfiguratoren helfen oder Services wie Rückgaben aus dem Onlineversandhandel direkt im Geschäft anstatt bei der Post.

Nichtsdestotrotz wird der Kampf gegen die Riesen des Onlinehandels und ihre dash-Buttons schwierig.

Testlauf via Social Media

Viele Start Ups machen die ersten Schritte, indem sie einen Online-Shop konfigurieren oder eine Webseite bauen. Bei „Heute in Hamburg“ lief es anders herum: Erst Facebook, dann Webseite, dann App. Der Vortrag von Gründer Patrick Henke zeigt, dass eine Erfolgsgeschichte nicht unbedingt mit einer Webseite anfangen muss. Sie setzten zuerst auf Reichweite via Social Media Kanäle, um ihre Idee zu testen. Als das funktionierte, setzten sie eine Webseite und eine App hinterher.

Das kann auch ein Anreiz für bereits bestehende Unternehmen sein, um sich in neuen Geschäftsfeldern auszuprobieren. So können Ressourcen gespart werden und direkt Feedback aus der Community gesammelt werden.

E-Mail Reaktivierung

Jeder der E-Mail Marketing betreibt, kennt die Grundregel, die für einen erfolgreichen Newsletter wichtig ist: Viele Reads und Interaktionen verhindern, dass man im Spam-Ordner landet und verbessern gleichzeitig auch die Zukunftschancen in dieser Hinsicht. Wer allerdings eine steigende Inaktivitätsrate hat, sollte mit der Reaktivierung beginnen. Einen Patenttipp gibt es nicht, aber einige Taktiken, um Email-Reaktivierung durchzuführen, hat Sebastian Kluth dann doch in petto:

  • Mobile Optimierung
  • Segmentierung nach Clustern, Interessen oder Gender
  • GIFs und Personalisierte Bilder als Eyecatcher
  • „Missing You“-Mails
  • Anreize wie Geld, Rabatt oder Upgrades schaffen

Unbedingt rät Herr Kluth, zwei bis drei Reaktivierungskampagnen zu starten. Wenn alles nichts hilft, ist es dann nach wiederholter Nachfrage auch besser inaktive User zu löschen.

Einen Bericht vom ADC Festival und warum alle „grumpy“ sein wollen, finden Sie hier.

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