Finale auf der Bühne der Top 800
Foto: Mario Sturm / Radio Hamburg

TOP 800: Radio schaffte eine feste Tradition für Hamburg

Die Musik und die persönliche Bindung zum Radiosender machen die TOP 800 seit 28 Jahren erfolgreich. Nicht nur für Radio Hamburg, sondern für Hamburg allgemein haben sich die TOP 800 über die Jahre und vor allem das Finale mit den TOP 20 zu einer festen Institution entwickelt. Dabei ist es das simple Prinzip von Musik-Wünschen in Kombination mit einem tollen Live-Event , dass immer wieder begeistert.

Was bedeuten die TOP 800 für Radio Hamburg?

Marzel Becker, Programmdirektor ud Geschäftsführer von Radio Hamburg (Foto: more Marketing / Thomas Pritschet)

Marzel Becker, Programmdirektor und Geschäftsführer von Radio Hamburg (Foto: more Marketing / Thomas Pritschet)

Marzel Becker, Programmdirektor und Geschäftsführer von Radio Hamburg ist als Mitgründer der TOP 800 von Beginn an, an der Erfolgsgeschichte des Oster-Mega-Hit-Marathons beteiligt. Er erzählt im Interview, was das Event so lange erfolgreich macht und wie stark es auf die Marke Radio Hamburg einzahlt.

Die TOP 800: Eine feste Institution für Hamburg

Wie kamt Ihr auf die Idee zu den TOP 800?

„Stephan Heller und ich waren damals Volontäre und wir wollten unbedingt moderieren. Wir hörten, dass es damals zu Ostern ein Problem war, den Dienstplan zu füllen. Da haben wir beide gesagt, wir machen das! Dann machen wir eine Hitparade und spielen einfach zum 800. Hafengeburtstag 800 Hits. Am besten moderieren wir dann auch noch durch, ohne zu schlafen – das haben wir vorgeschlagen. So sind wir da reingerutscht. Das war mehr oder weniger Zufall, weil keiner sich damals vorstellen konnte, dass das auch irgendjemanden wirklich bewegt.“

Was hat sich seit damals verändert und was ist gleich geblieben?

„Ich würde mal damit anfangen, was sich nicht verändert hat. Gleich geblieben ist die Begeisterung für Musik. Die Menschen schalten zu 99% wegen der Musik ein. Sie wollen einfach wissen, welcher Song auf welchem Platz gelandet ist. Was sich immer wieder verändert und was auch immer weiter entwickelt wird ist die Abschlussveranstaltung. Beim ersten Mal haben wir auf einem Autodach gestanden, weil tausend Leute den Speersort bevölkert haben und die Straße gesperrt wurde. Mittlerweile haben wir eine riesige Bühne und Mega-Stars, wie dieses Jahr Felix Jaehn. Das hat mittlerweile Volksfestcharakter. Der Rekord war in einem Jahr 25.000 Besucher.“

Was machen die TOP 800 so unvergleichlich?

„Radio hat ein Event geschaffen, was im Leben und im Kalender der Menschen fest verankert ist. Es erscheint als Radiosender unmöglich so etwas zu erschaffen, wir hängen uns eigentlich an Termine ran. Wir machen besonderes Programm zu Weihnachten, eine Aktion zum Thema Abnehmen im Frühjahr oder aber lassen uns lustige Sachen zur WM einfallen. In diesem Fall aber haben wir tatsächlich selbst ein kalendarisches Ereignis geschaffen. Jeder in Hamburg kennt die TOP 800 und er muss noch nicht mal Radio Hamburg Fan sein. Das ist schon außergewöhnlich. Ich bin mir sicher, dass auch Menschen Radio Hamburg tatsächlich wegen des Ereignisses einschalten, die uns sonst vielleicht gar nicht hören. Ich glaube, das ist auch im Radio etwas Besonderes. Und natürlich lebt es auch ein bisschen davon, dass die Leute darauf warten, was für verrückte Songs gespielt werden, ob die Moderatoren am zweiten Tag anfangen wirres Zeug zu reden. Das sind Sachen, die das so besonders machen.“

Was machen die TOP 800 für Radio Hamburg so wichtig?

„Normalerweise machen wir uns in unserem Business Gedanken darüber, wie wir die Menschen erreichen, wie wir sie richtig ansprechen, und wie können die Leute auf uns aufmerksam werden. Hier ist das ganz anders. Das grundlegende Prinzip ist auf den Punkt. Der Sender ist der Star mit der TOP 20. Ich will wissen wer die Nummer eins ist. Es war ein Erlebnis zu sehen, wie stark Radio Hamburg als Marke und dieses Event ist. Die Menschen wissen, am Donnerstag vor Ostern gibt’s die Titelliste. Da kann man sich schon mal innerlich vorbereiten und die Songs nachgucken, dann beginnt die Sendung und es steigert sich immer mehr in den Wahnsinn bis Montag. Es hat sich einfach so ergeben und das ist zufällig genial. Nach dem ersten Mal stand auch die Frage im Raum, ob das Event zu einmalig war, um es noch einmal zu machen.“

Was ist deine liebste TOP 800 Erinnerung?

„Also eine Geschichte war, dass ein paar Piloten vorbeigekommen sind und meinten, sie hätten Piloten-Kaffee mitgebracht. Die hatten eine Thermoskanne dabei und da war der Kaffee drin, für Piloten, den sie auf Langstreckenflügen trinken, damit sie wirklich wach bleiben. Ich trinke keinen Kaffee. Und ich hab davon eine Tasse getrunken – ich hatte wirklich Herzflattern und mir haben die Hände gezittert, so aufgedreht war ich. Es war eigentlich nicht lustig, nur im Nachhinein natürlich schon, weil ich das einfach getrunken habe. Aber in dem Moment hab ich gedacht, wir müssen einen Arzt holen. Kann natürlich auch sein, dass die mich einfach nur verarschen wollten und ich bin drauf reingefallen. Das werde ich nie vergessen, weil die Typen auch ganz cool waren. Die andere Geschichte war, dass wir ein paar Jahre lang gesagt haben, wenn es unbekannte Hamburger Künstler sind, dass wir ihre Songs nur spielen, wenn sie die CD persönlich vorbeibringen. Und die sind dann alle gekommen und das war wirklich lustig, die Leute dann einfach mal kennenzulernen.“

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