Wer erinnert sich an 124 Plakatstellen auf 13,7 Kilometern? Foto: Shutterstock
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Wer erinnert sich an 124 Plakatstellen auf 13,7 Kilometern?

Die Andreas Rohde-Kolumne.

13,7 Kilometer – so lang ist mein täglicher Arbeitsweg von Sasel in die Hamburger Innenstadt. Jeden Tag hin und zurück. Nein, damit will ich kein Mitleid erhaschen. Der Umzug vor nun auch schon wieder 3 Jahren vom trendigen Poelchaukamp in Winterhude, zum beschaulichen grünen Sasel, war gewollt und bisher auch nicht bereut. Trotzdem muss die verlängerte Fahrzeit sinnvoll genutzt werden und so frühstücke ich morgens im Auto, höre viel Radio oder erledige das ein oder andere Telefonat.

124 Plakatstellen – Wow

Heute Morgen habe ich mir die Zeit vertrieben und die Werbeplakate auf meinem Weg gezählt. Also die City Lights, Premium City Lights (warum heißen die eigentlich so? Meistens sieht man doch nur von zwei Plakaten jeweils die Hälfte), 18/1, ganzflächige Ganzsäulen, Werbung an den Uhren und Riesenposter.

Bestimmt sind mir dabei einige durch die Lappen gegangen und trotzdem habe ich 124 aktive Plakatstellen gezählt! Umgerechnet neun Werbebotschaften je Kilometer. Der Wahnsinn. Werbung an und in den Geschäften durch Fahnen, Werbeschilder, Leuchtreklame oder Kultursäulen habe ich gar nicht mitgezählt. Auch die gefühlt gleiche Anzahl an Werbeaufstellern für die bevorstehende Bundestagswahl sind in das Ergebnis nicht eingerechnet. Zumindest hier liegt die SPD dank Herrn Johannes Kahrs weit vorne. 124 Plakatstellen – Wow.

Was bleibt beim potenziellen Empfänger eigentlich hängen?

OK, einige von ihnen tauchen immer wieder auf. Aber welcher normale Bürger (Definition von Normaler Bürger: Menschen, die nicht direkt für und von der Werbung leben) soll sich den Inhalt und deren Absender nur ansatzweise merken? Nicht das Sie mich falsch verstehen, ich halte Plakatwerbung mit klaren und einfachen Botschaften, wie bei den zum Beispiel wiederkehrenden H&M-Kampagnen oder auch den großen Tiermotiven vom Tierpark Hagenbeck für ein spannendes Werbemedium. Trotzdem bleibt bei dieser visuellen Reizüberflutung die Frage, was am Ende beim potenziellen Empfänger und möglichst Käufer des beworbenen Produktes hängen bleibt. Vielleicht teste ich das bei der nächsten Fahrt mit meiner Frau. Bis dahin wünsche ich allen Lesern eine sichere und gute Fahrt.



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