Wie die Sprache Identität schafft

Die Sprache dient nicht nur allein der Kommunikation und somit der Verständigung, sondern sie ist auch Ausdruck eines bestimmten Lebensgefühls und der kulturellen Identität. Sie besitzt eine ganz individuelle Melodie und prägt uns von Geburt an. Neben der Bedeutung des eigentlichen Wortes spielt auch die Aussprache und Betonung eine große Rolle dabei, wie wir das Gesagte auffassen und interpretieren. Auf der Welt gibt es rund 7 000 Sprachen und darüber hinaus zahlreiche Dialekte und Szenejargons. Dabei handelt es sich nicht um etwas Fixes, sondern die Sprache ist einem ständigen Wandel unterworfen.

 

Sprache im Wandel: Neues kommt, Altes geht

Wie bereits erwähnt, ändert sich die Sprache im Lauf der Zeit. Neue Sprachwendungen kommen hinzu und die ein oder andere Neuschöpfung bereichert die Rhetorik. Auch Einflüsse aus fremden Sprachen bewirken so manche Veränderung und finden vor allem im Jugendjargon Einzug. Auf Bedeutungonline.de gibt es Informationen über die derzeit aktuellen Redewendungen und Floskeln. Vor allem viele englische Begriffe beeinflussen die Jugendsprache oft sehr nachhaltig, sodass sie letztendlich Eingang in den allgemein Sprachgebrauch finden und somit wiederum eine Veränderung herbeiführen. Vergleicht man die Wörter heute mit jenen vor mehreren Jahrhunderten, so fallen deutliche Unterschiede auf. Dennoch blieb die Leitsprache mit ihrer Grundgrammatik größtenteils erhalten. Deutsch ist trotz diverser Modifikationen ebenso wie Englisch, Französisch, Russisch und viele andere Sprachen nicht vom Aussterben bedroht. Global betrachtet verhält es sich jedoch anders. Von den etwa 7 000 Sprachen könnten 1 500 in den nächsten Jahrzehnten verschwinden. Betroffen sind vor allem viele indigene Sprachen. Hier gibt es immer weniger, die ihre eigene Muttersprache beherrschen. Schuld daran ist, dass die Eltern sie nicht an ihre Nachkommen weitergeben. Etwa 37 Prozent aller Sprachen gelten inzwischen als bedroht. Häufig ist die eigentliche Muttersprache nur noch Zweitsprache und irgendwann vielleicht komplett verschwunden.

 

Die Werbesprache als Spiegel unserer Zeit

Ganz und gar nicht vom Aussterben bedroht ist die Werbesprache. Diese orientiert sich sehr stark am Zeitgeist und umfasst auch Redewendungen und Floskeln mit aktuellem Bezug. Charakteristisch sind Anglizismen und ein allgemein lockerer und einprägsamer Sprachstil. Das gesprochene Wort hat großen Einfluss auf unser Denken und Fühlen. Es beeinflusst auch unsere Wahrnehmung. Deshalb ist die Radiowerbung auch so zielführend. Die bewusst einfach formulierte Sprache in der Werbung versteht fast jedermann. Vor allem originelle Slogans prägen sich schnell ein und es kommt gar nicht so selten vor, dass die Wortschöpfungen der Werbefachleute irgendwann auch die allgemeine Sprache beeinflussen. Redewendungen wie „Geiz ist geil!“ oder das sprichwörtliche Verwöhnaroma kennt fast jeder. Noch bekannter und auch geläufiger sind Markennamen wie Tempo, Maggi, Tesa, Uhu, Walkman und Zewa. An und für sich handelt es sich dabei um spezielle Produktmarken oder -namen. Dank der Werbung wurden diese so bekannt, dass sie als Synonym für eine ganze Produktgruppe Verwendung finden und die ursprünglichen Begriffe ablösten. Tempo ist ein Papiertaschentuch, Maggi eine Würze, Tesa ein Klebestreifen, Uhu ein Klebstoff, Walkman ein tragbares Tonabspielgerät und Zewa ein Reinigungstuch. Diese Beispiele zeigen, wie sehr die Werbung die Sprache beeinflusst und nachhaltig prägt. Sie ist somit auch ein wichtiges Zeugnis der Zeitgeschichte und zugleich kultureller Ausdruck.

Fazit: Sprache kann viel mehr, als nur informieren und verständigen. Sie ist prägend für den Zeitgeist einer Epoche und vermittelt ein ganz bestimmtes Lebensgefühl.

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