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Interview mit Niklas Naujok, neuer Programmleiter bei Radio Hamburg

Bei Radio Hamburg gibt es zurzeit viele Veränderungen.

09.11.2022 Kathrin Schulz

Seit August 2022 ist er Programmleiter bei Radio Hamburg, ich wollte mehr über Niklas Naujok wissen und bat ihn um ein Interview:

Lieber Niklas,
danke für Deine Zeit. Ich würde gerne etwas von Dir zur geplanten Ausrichtung von Radio Hamburg, aber auch ganz allgemein zu Deiner Sicht auf zukünftige Entwicklungen beim Medium Radio erfahren.

Welche Veränderungen wird es bei Radio Hamburg geben?

Radio Hamburg ist ein riesengroßer Frachter, der über die Elbe fährt und kein kleines Segelboot, das man mal eben nach links steuert und einen neuen Kurs einschlägt. Um diesen Frachter zum Stehen zu bringen oder in eine andere Richtung zu steuern, braucht es sehr viel Zeit. Das bedeutet – egal, welche Programmveränderungen wir uns überlegen, es bedarf Fingerspitzengefühl, um diese auch im Programm zu etablieren. Das Wichtigste dabei ist: Radio Hamburg hat einen extrem hohen Anteil an Stammhörern und diese würden wir verlieren, wenn wir auf einmal so klingen würden wie andere Radiosender.

Radio Hamburg ist aktuell mit seiner Ausrichtung sehr erfolgreich, dennoch muss wieder mehr der Bezug zu Hamburg in den Vordergrund gestellt werden, sodass die Marke HAMBURG wieder mehr an Bedeutung gewinnt. In Zukunft werden wir wieder mehr in der Stadt unterwegs sein, oder auch bei den Hörern zu Hause, um näher an den Alltagsproblemen zu sein und somit in Zukunft die Stadt noch besser repräsentieren zu können.

Foto: Radio Hamburg
Foto: Radio Hamburg

Foto: Radio Hamburg

Wie sieht es mit der Musik von Radio Hamburg aus?

Bezüglich der Musikausrichtung von Radio Hamburg gibt es keine großen Herausforderungen. Wir haben eine hervorragende Musikchefin, Tanja Ötvös, mit der wir schon seit Jahrzehnten zusammenarbeiten. Sie macht einen erstklassigen und sehr professionellen Job. Die aktuellen Studien belegen, dass unsere Musik sehr gut bei den Hörern ankommt. Woran wir allerdings arbeiten müssen ist, durch die Musik die Marke wieder in den Fokus zu setzen.

Bleibt „Mister Morning Show“ John Ment bei Radio Hamburg?

Klare Antwort: Ja! John hat sich in den letzten Jahrzehnten als eine der wenigen Koryphäen im Radio wirklich immer und stetig weiterentwickelt. Er ist eine wahnsinnig starke Marke, die strategisch alles so umsetzt, wie wir uns das aus Programmgestaltungssicht vorstellen. Auch durch Christian Stübinger („Stübi“) haben wir einen großen Bonus gewonnen, der John hervorragend vertritt, wenn er im Urlaub oder krank ist. Wir wissen, dass wir mit ihm und mit John eine lange gemeinsame Zukunft vor uns haben werden.

Mit John und Stübi haben wir ein absolutes Dream-Team über das wir sehr glücklich sind.

Wird die Morning Show jetzt mit John und Stübi weitergeführt?

Nein! Der Sender suchte öffentlich Verstärkung für die Morgensendung. Aus über 350 Bewerbungen wählte eine senderinterne Jury zunächst zehn Kandidaten für einen „Recall“ aus. Davon verblieben nach einem Hörervoting  drei Finalistinnen. Die 40-jährige Erzieherin Jacqueline „Jacky“ Kovacevic aus Bramfeld gewann das Casting und wurde am 7. November 2022 zum „Radio Hamburg Morning-Show-Star“ gewählt.

Foto: Radio Hamburg
Foto: Radio Hamburg

Foto: Radio Hamburg

Wie siehst Du die Zukunft des Radios im Allgemeinen?

Es ist logisch, dass wir in den nächsten 50 Jahren nicht mehr den gleichen Erfolg über UKW haben werden, wie aktuell. Beispielsweise werden in den skandinavischen Ländern bereits UKW Frequenzen abgeschaltet und es wird nur noch auf DAB und WLAN, also insgesamt auf Streaming Radio gesetzt.

Auch in Deutschland spielte man mit dem Gedanken. Glücklicherweise konnte dies dank einer Lobbygemeinschaft aus Privatradio-Gesellschaften, aber auch dem Öffentlich-Rechtlichem Hörfunk, immer wieder abgewehrt werden. Mehr als 70% der Hörer erreichen wir immer noch über UKW. 30% mittlerweile aber über unsere digitalen Streamingdienste wie Alexa & Co, Webradios, WebOnlyStreams, DAB Radio und so weiter.  Wir bemerken allerdings, dass die Digitalrate von Jahr zu Jahr steigt und vermarkten unsere Streams auch dementsprechend. Die Nennung der Frequenz 103,6 spielt eine immer geringere Rolle.

Uns ist also bewusst, dass es in Zukunft nicht mehr über UKW funktioniert – jedenfalls nicht in der Zukunft, in der ich Radio Hamburg sehe. Der Fokus liegt definitiv darauf, das Digitale voranzubringen. Aber derzeit sind wir noch stark über unsere UKW Frequenz hörbar und verdienen darüber auch immer noch den Hauptanteil unseres Geldes. Auch das ist eine Wahrheit, die nicht wegzudiskutieren ist. Wir versuchen aber, beides so zu kombinieren, sodass man sowohl die Hörer über UKW weiterhin glücklich macht, aber sich auch im digitalen Bereich entsprechend aufstellt.

Siehst Du die Zukunft beim Spartenradio?

In der aktuellen Mediaanalyse können wir sehen, dass diese kleinen Spartenradios, wie Rocksender etc. einen gewissen Reichweitenerfolg generieren und in den MA-Ergebnissen, Studien und Umfrageergebnissen relativ stabil dastehen. Allerdings ist es ein Spartenprogramm. Die große Masse an Hörern – wie sie Radio Hamburg mit 1 Million Hörern erreicht – kann im Raum Hamburg mit einem Spartenprogramm niemand abholen. Das bleibt weiterhin die Stärke von großen Flaggschiffen, wie Radio Hamburg oder 104.6 RTL Berlin oder Antenne NiedersachsenFFNNDR2FFH & Co – die Masse zu generieren. Die kleinen Sender haben aber definitiv auch ihre Stärken, jedoch ist ihre maximierte Reichweite auch irgendwann erreicht.

Auch Radio wird in Zeiten von Social Media immer visueller. Wie sieht’s Du da die Zukunft von Radio Hamburg?

Das machen die Amerikaner sehr gut. Aber hier muss man gar nicht so weit über den großen Teich schauen. Auch die Briten sind hier sehr stark, z.B. die Sender der BBC setzen dies gut um. Die haben natürlich den Vorteil, dass sie eine große Kameraaffinität und eine große Kameraerfahrung haben. Sie wissen, wie man ein Studio ausleuchtet, wo man Kameras aufbaut und wie das Ganze dann perfekt in Szene gesetzt wird. Das heißt, wir sind zwar auch ein großer Player, müssen uns aber an dieses Thema noch einmal ganz anders herantasten. Das tun wir aktuell. Wir bekommen Kameratechnik ins Studio eingebaut und das auch wirklich auf professionellem Niveau.

Die Moderatoren werden zu Influencern?

Wir wollen unser Programm und Themen auch in der Social Media Welt präsentieren, damit die Leute draußen bei TikTokInstagram aber auch Youtube & Co sehen können, wie Radio Hamburg aussieht, dass wir viel relevantes, unterhaltsames und spannendes zu erzählen haben und dass man uns nicht nur hören, sondern auch sehen kann. Wir möchten einen anderen Einschaltimpuls schaffen, der auch das Visuelle zeigt, um so auch wieder Leute zu erreichen, die schon länger kein Kontakt mehr mit der Marke RADIO HAMBURG hatten und gleichzeitig eine jüngere Zielgruppe begeistern.

Zur Person

Niklas Naujok, 34 Jahre, Programmleiter bei Radio Hamburg
seit knapp 15 Jahren bei Radio Hamburg

  • Stationen bei Radio Hamburg:

  • Praktikum

  • Volontariat

  • Moderator

  • Morningshow-Producer

  • Co-Moderator von John Ment in der Morningshow

  • Regisseur der Morningsshow

  • Station Manager

  • seit August 2022 Programmleiter bei Radio Hamburg

Vorherige Station
NDR TV, Redakteur für die Nachmittagsprogramme

Ausland
6 Monate Studium in den USA

Foto: Inga Sommer
Foto: Inga Sommer

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